Ohne Kamera – PIA care
PIA care hängt dort, wo Menschen am wenigsten gesehen werden wollen: im Schlafzimmer und im Bad. Deshalb haben wir uns von Anfang an gegen eine Kamera entschieden. Das Gerät kann kein Bild aufnehmen, auf dem man jemanden erkennt, und es nimmt keinen Ton auf. Das liegt an den Sensoren selbst.
Was PIA care stattdessen misst
- Ein grobes Wärmebild mit 8 × 8 Punkten, also 64 Werten für den ganzen Raum. Darauf sieht man, wo es warm ist, aber kein Gesicht und nicht, wer es ist.
- Ein Radar. Es merkt, ob sich im Raum etwas bewegt und in welchem Abstand, auch im Dunkeln.
- Der Schallpegel, also nur eine Zahl dafür, wie laut es im Raum ist. Es entsteht keine Tonaufnahme, Gespräche werden weder aufgezeichnet noch ausgewertet.
Ausgewertet wird im Gerät selbst. Einzeln sagt keiner dieser Werte viel. Zusammen sollen sie zeigen, ob jemand am Boden liegt und nicht wieder aufsteht.
So sieht das Wärmebild aus
Zum Vergleich: Ein einfaches Handyfoto hat mehrere Millionen Bildpunkte. Das Wärmebild von PIA care hat 64.
Der Unterschied zu Systemen mit Kamera
Es gibt Systeme, die mit Kamera und Nachtsicht arbeiten und die Bilder im Gerät auswerten. Viele davon speichern im Alltag keine Bilder, und das ist gut so. Die Kamera hängt trotzdem im Zimmer.
| Systeme mit Kamera und Nachtsicht | PIA care | |
|---|---|---|
| Was der Sensor sieht | Ein Bild des Raums, nachts mit Infrarotlicht | 64 Wärmewerte, kein erkennbarer Mensch |
| Ton | Je nach System Mikrofone, teils mit Spracherkennung | Nur der Schallpegel, keine Aufnahme |
| Worauf der Datenschutz beruht | Auf der Software und der Einstellung, dass keine Bilder gespeichert oder weitergegeben werden | Auf dem Sensor selbst: Ein Bild, das nie entsteht, kann auch niemand sehen |
| Bad und Schlafzimmer | Eine Kamera dort lehnen viele ab | Kein Bild, auch nicht im Bad |
Viele ältere Menschen lehnen Kameras im eigenen Zimmer ab (Scoping Review, 2025). Ein Gerät, das niemand im Zimmer haben will, hilft auch nicht.
Was das für wen heißt
Für Bewohnerinnen und Bewohner heißt das: Niemand schaut zu, beim Umziehen nicht, beim Waschen nicht, beim Schlafen nicht. Das eigene Zimmer bleibt privat.
Angehörige müssen den Eltern keine Kamera ins Zimmer hängen und sie erst dazu überreden. PIA care sagt Bescheid, wenn jemand Hilfe braucht, und sonst nichts.
Für Pflegeeinrichtungen gilt: Ohne Bilder und Tonaufnahmen ist das Gespräch mit Bewohnern, Angehörigen und Betreuern einfacher. Es gibt weniger, was geschützt werden muss.
Datenschutz
Die DSGVO verlangt, nur so viele Daten zu erheben, wie für den Zweck nötig sind (Art. 5), und den Datenschutz schon in der Technik anzulegen (Art. 25) (Text der DSGVO). Daran haben wir PIA care ausgerichtet: Was für eine Meldung an die Pflege nicht gebraucht wird, misst das Gerät gar nicht erst.
Wo wir stehen
Der Prototyp misst seit Oktober 2026 in einer Wohnung, Raum für Raum. Wie zuverlässig er meldet, zeigen wir, sobald wir es belegen können. Mehr unter Stand der Arbeit. Wer PIA care in seiner Einrichtung ausprobieren möchte: Mitmachen.
